Unfallsamaritergruppe USG
In Muolen gibt es keinen Arzt und die Distanz bis zum Spital St. Gallen beträgt 15 Kilometer. So war in der Vergangenheit während vielen Jahren eine Ordensschwester der "gute Geist" bei medizinischen Notfällen. Als das Kloster seine Aktivitäten in unserem Dorf einstellte, wurden die Samariter, im speziellen die Samariterlehrerin Claire Erne, ganz automatisch die Ansprechspersonen bei Notfällen. Auch Reto Rimle, als ihr Nachfolger wuchs in diese Rolle hinein. Die Situation befriedigte aber nicht, da sich dadurch die Alarmierung des Rettungsdienstes verzögerte und ein Helfer, nur mit seinem persönlichen Material, vielfach auch überfordert war. Zudem, war der gerufene Samariter nicht zu Hause, so erfolgte keine Unterstützung durch einen geschulten Ersthelfer.
Um diese Mängel auszumerzen, gründeten Raphaël Grandchamp und Reto Rimle im Jahr 2000 die Unfallsamaritergruppe USG. Die neun Mitglieder wurden mit Pagern ausgerüstet und speziell ausgebildet. Die Alarmierung erfolgt durch die Kantonale Notrufzentrale Telefon 144. Die USG holt im Alarmfall auch ein Feuerwehrfahrzeug mit dem gesamten Notfallmaterial.
Nun war gewährleistet, dass der Alarm verzögerungsfrei den Rettungsdienst und die USG erreichte. Die Ersthelfer sind nicht mehr alleine vor Ort und ihnen steht schnell das gesamte Erste Hilfe Material des Vereins zur Verfügung.
Die USG war eine der allerersten First Responder Gruppen der Schweiz. Da der Begriff "First Responder" damals bei uns noch schlicht unbekannt war, nannten sich die Muoler Pioniere "Unfallsamaritergruppe Muolen".
Die Unfallsamariter im Einsatz mit der Feuerwehr
Die USG wird durch die Notrufzentrale St. Gallen (Tel: 144) automatisch oder auf Verlangen bei jeder indizierten Blaulichtfahrt parallel zur Ambulanz aufgeboten. Die neuen, über ganz Muolen verteilt wohnhaften USG-Mitglieder rücken, über Pager alarmiert und ausgerüstet mit ihrer Einsatzbekleidung und dem persönlichen Erste-Hilfe-Material, direkt zum Unfallort aus. Sie unterstützen die Helfer vor Ort und treffen alle lebenserhaltenden Massnahmen bis zum Eintreffen der Ambulanz. Das Feuerwehrfahrzeug mit dem Ernstfallmaterial des Vereins wird durch weitere Fahrer inzwischen im Depot geholt und unverzüglich auch vor Ort gebracht.
Die Einsätze der USG erfolgen völlig unentgeltich. Sie sind eine Dienstleistung an der Muoler Bevölkerung ganz nach dem Motto "Samaritersache ist Herzenssache".
Die Art der Notfälle, die Namen der Patienten und die Art der Hilfeleistung behandeln wir vertraulich. Hier aber ein Einblick in die Häufigkeit der USG-Einsätze:
| Jahr | Einsätze |
| 2000 | 6 |
| 2001 | 3 |
| 2002 | 7 |
| 2003 | 6 |
| 2004 | 12 |
| 2005 | 8 |
| 2006 | 5 |
| 2007 | 9 |
| 2008 | 16 |
| 2009 | 14 |
| 2010 | 9 |
| 2011 | 6 |
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